Bibliotheken, eBooks, Apps, iPads – die “Mobile-Internet-Roadshow für Bibliotheken”

Liebe Leser,

in der der letzten Woche war ich wieder in Bibliotheken aktiv. Nachdem ich zwei Tage an der Universitätsbibliothek Mainz den zweiten Social-Media-Workshop durchgeführt hatte, ging es in dann in Darmstadt um das Thema „Mobiles Internet“.

Das mobile Internet erscheint zunehmend eine neue Herausforderung für Bibliotheken zu werden. Nachdem durch das sog. Web 2.0 eine völlig neue Form der Kultur- und Wissensvermittlung entstanden ist, geht es nun darum, dass Internet überall mit sich führen zu können. Smartphones, Tablet-PCs, Apps. und eBooks gewinnen zunehmend an Bedeutung. Aus dieser Situation entstehen neue Fragestellungen und Herausforderungen für die Bibliotheksarbeit. In diesem Blogbeitrag möchte ich stichpunktartig die wesentlichen Herausforderungen sowie einen von mir dafür entwickelten Workshop beschreiben. Beginnen wir mit den Herausforderungen:

eBooks gibt es schon länger aber jetzt scheinen sie sich durchzusetzen. Immer mehr Menschen lesen eBooks. Immer mehr Unternehmen bieten eBook-Reader und/oder eBook-Stores an. Für Bibliotheken ist dies gleich mehrfach bedeutend. Zum Einen müssen Sie überlegen, wie sie ein Angebot entwickeln können, mit dem sie eBooks verleihen. Ein erster Schritt ist sicherlich die sog. „Onleihe“. Die Onleihe ermöglicht es Bibliotheks-Kunden, eine Auswahl an eBooks digital auszuleihen. Benötigt wird nur ein kompatibler eBook-Reader oder ein Tablet-PC (z.B. ein iPad) oder aber ein Smartphone. Bei den beiden letztgenannten funktioniert das Ganze mittels einer App. Das Angebot an eBooks ist noch sehr klein und die Funktionalitäten sind sehr beschränkt aber es ist zumindest ein erster Schritt. Allerdings gibt es mit Skoobe und Amazon ernstzunehmende Konkurrenz. Skoobe ermöglicht gegen eine Gebühr das „Ausleihen“ von Büchern und Amazon verfügt zum jetzigen Zeitpunkt über die mit Abstand beste Hard- und Software und plant zudem ebenfalls ein eigenes Verleihangebot.

Zum Anderen verändern sich auch die eBooks an sich: sie werden zu animierten Apps. Auf meinem iPad habe ich z.B. ein paar Jugendbücher, bei denen der Text nur ein Teil des Gesamtproduktes ist. Ich kann neben dem Lesen die jeweilige Welt interaktiv erforschen, Aufgaben lösen und mir natürlich die Geschichte auch vorlesen lassen. In dem Moment, in dem eBooks zu Apps. werden, können Bibliotheken das klassische Geschäftsmodell, welches u.a. den kostenlosen Zugang zu verschiedenen Inhalten beinhaltet, nicht mehr aufrecht erhalten.

Neben den neuen eBook-Formaten stellen auch die „normalen“ Apps. eine Herausforderung für Bibliotheken dar. Gerade Plattformen wie das iPad ermöglichen neue Formen der Visualisierung unterschiedlichster Inhalte. Kombiniert mit spielerischen Elementen ermöglichen sie völlig neue Formen der Kultur- und Wissensvermittlung. Aber wie schon bei den neuen eBook-Formaten werden Bibliotheken auch hier keine kostenlose Alternative als Verleihgeschäft anbieten können.

Gleichzeitig werden viele Bibliothekare in zunehmendem Maße mit Anfragen zu eBooks und eBook-Readern, Smartphones, Tablet-PCs, Apps. etc. konfrontiert. Aber was sagt man einem Kunden, der einen Amazon Kindle gekauft hat und nun fragt, wie man damit Bücher aus der Onleihe lesen kann? „Tut mir leid, das geht nicht“? Welche alternativen Services können Bibliotheken anbieten, wenn das klassische Verleihgeschäft an Bedeutung verliert? Wie reagiert man auf die Tatsache, dass Bibliotheken zum Einen mit dem Verleihgeschäft gedruckter Werke noch immer mehr als ausgelastet sind, und zum Anderen sehr schnell mit der Entwicklung neuer Angebote begonnen werden muss? Wie also können Bibliotheken das mobile Internet für sich nutzen?

Um diese und noch viele weitere Fragen beantworten zu können habe ich die „Mobile-Internet-Roadshow“ aufgebaut. Ziel dieses Workshops ist es, den teilnehmenden Bibliotheksmitarbeitern einen ersten Einblick in dieses Thema zu ermöglichen. Die Teilnehmer sollen aber nicht nur theoretisches Wissen erlangen, sondern zudem die Geräte und Angebote selber ausprobieren. Aus diesem Grund bringe ich eine Sammlung an eigenen Tablet-PCs, Smartphones und eBook-Readern mit. Die Mitarbeiter der Bibliothek können also selber Apps. und eBooks runterladen und ausprobieren. Fotos und Videos aufnehmen und auf meinen extra dafür erstellten Accounts bei Facebook, Twitter etc. posten.

Im Anschluss daran diskutieren wir gemeinsam, was diese neuen Medien und Inhalte für die Bibliothek bedeuten und wie man sich erfolgreich in diesem Feld positioniert.

Wer mehr zur „Mobile-Internet-Roadshow“ wissen möchte kann mir entweder eine Mail an christoph.deeg@googlemail.com schreiben oder aber wir treffen uns nächste Woche auf dem Bibliothekartag 2012 in Hamburg vom 21.05. – 25.05.

Natürlich gibt es auch eine Mobile-Internet-Roadshow für andere Kultureinrichtungen und Unternehmen. Das Grundmodell ist gleich, es werden aber andere Themen behandelt.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Videointerview zum Wochenstart: Christina Tribble – Social-Media-Trainerin des US-State-Departments

Liebe Leser,

im letzten Jahr habe ich zusammen mit Christina Tribble Social-Media-Workshops für die Mitarbeiter der US-Botschaft Berlin sowie der US-Konsulate durchgeführt. Dabei habe ich auch das folgende Interview mit Christina Tribble aufgenommen. Viel Spass damit…

Christoph Deeg

Die wollen nur Spielen! Mein Abschlussbericht zur Re:Publica 2012 – und ein #smgbbq bei Mainz

Liebe Leser,

es ist Sonntagnachmittag. Mein neuer Grill ist endlich geliefert worden – und es regnet. Kein Problem, widme ich mich eben meinem Abschlussbericht zur Re:Publica 2012. In den letzten Tagen habe ich schon über meine Eindrücke vom ersten und vom zweiten Tag berichtet. Insofern bleibt mir nun die Aufgabe über den dritten Tag zu schreiben und ein Resumé zu ziehen. Beginnen wir also mit dem dritten Tag:

Der dritte Tag trägt für mich die Überschrift “Verantwortung und Wandel”. Die erste Session, die ich besuchte war “Revolution on hold – China, Iran, Russia – Where do the revolutionary ideas catch on?”. Isaac Mao, Arash Abadpour, Markus Löning und Mathis Winkler diskutierten mit Kristin Zeier über die Nutzung des Internets als Kommunikationsplattform, Zensur und Gefahren für Aktivisten in China, Iran und Russland. Für mich waren die spannendsten Aussagen die über die Unmöglichkeit, das Internet zu kontrollieren. Trotz aller erschreckenden Versuche, den Zugang zum Internet zu beschränken und diejenigen die im Netz aktiv sind massiv zu bedrohen, lässt sich anscheinend der Wandel nicht aufhalten. Isaac Mao verwies u.a. darauf, dass alleine die schlichte Masse an Informationen, welche im Netz veröffentlicht werden, es unmöglich macht, alle Daten zu kontrollieren. Zudem werden wichtige Informationen nicht direkt vermittelt. Vielmehr werden sie in andere Kontexte “verpackt”. Die jeweiligen Zensur-Organe sind somit nicht mehr in der Lage zu verstehen, ob der jeweilige Text eine politische Bedeutung hat oder nicht. Es gibt aber nicht nur Zensur. Das Gegenstück zur Zensur scheint die “Vermüllung” des Netztes zu sein. Es werden Massen an Informationen im Netz veröffentlicht. Dadurch soll die Aufmerksamkeit der User auf unwichtige Inhalte gelenkt werden. Alle Beteiligten waren der Meinung, dass die globale Wirtschaft, d.h. die Öffnung der lokalen Märkte letztlich dafür sorgen wird, dass geschlossene Netze nicht dauerhaft existieren und/oder die Regime nicht in der Lage sein werden alles zu kontrollieren. Je länger ich die Diskussion verfolgte desto deutlicher wurde mir klar, wie dankbar man sei sollte, dass wir hier ein freies Netz haben, und dass es eine Vielzahl an Organisationen gibt die dafür kämpfen, dass das auch so bleibt. Es bedeutet aber auch, dass wir wo immer möglich diejenigen unterstützen sollten, die in diesen Ländern leben bzw. die dortigen Gesellschaften reformieren möchten. Markus Löning hatte m.E. recht wenn er zudem forderte, dass sich Unternehmen, die in diesen Staaten aktiv sind, ihrer Verantwortung bewusst werden…

Daran anschließend besuchte ich die Session “Do it yourself – Netzwerke für die DIY-Education”. In dieser Session stellten Anja. C. Wagner, Jonas Liepmann und Michelle Thorne verschiedene Projekte für neue Bildungsformen vor. Es geht dabei weniger um den klassischen und m.E. überholten Frontalunterricht als vielmehr um offene Plattformen, auf denen Menschen zusammenkommen um gemeinsam zu lernen. Die Angebote sind unterschiedlich und beziehen sich sowohl auf die reale als auch auf die digitale Welt. Ich war von den Präsentationen sehr beeindruckt und wurde konnte viel für meine Arbeit an der Universität Hildesheim mitnehmen. Was mich allerdings skeptisch macht ist die Tatsache, dass unsere Schulen und Universitäten m.E. noch Lichtjahre von solchen neuen Konzepten entfernt sind. Ich weiß ich wiederhole mich aber wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland das Land ist, in dem gerade mal 15% der Schüler überhaupt im Unterricht täglich einen Computer nutzen dürfen. Wir leben also in einer Art schulischem Mittelalter. Dabei geht es nicht nur um die Technologie an sich sondern auch und vor allem um die damit verbundenen neuen Denk- und Arbeitsweisen. In diesem Zusammenhang wurde auch diskutiert, ob man eine Unterrichtsstunde “Medienkunde” braucht. Ich halte davon wenig. Viel sinnvoller wäre m.E., dass Social-Media, Internet und Computer zu einer Querschnittsfunktion in allen Schulen werden, d.h. in möglichst jeder Unterrichtseinheit werden diese Werkzeuge aktiv genutzt. So schockierend die aktuelle Situation in den deutschen Schulen auch sein mag – und ja, ich weiß es gibt ein paar tolle Gegenbeispiele – sie zeigt einmal mehr unsere Verantwortung, hier in der Breite Druck zu machen. Wer für den Rücktritt von Christian Wulff als Bundespräsident eintritt, sollte auch für einen Wandel in den Schulen demonstrieren.

Nach dieser Session musste ich die Re:Publica kurz verlassen, denn ich nahm an der abschließenden Telefonkonferenz des “Movers&Shakers-Preises” teil, bei dem ich Mitglied der Jury bin. Nach einer Stunde hatten wir die Sieger gefunden – und ich bin mächtig stolz darauf, dass meine Favoriten gewonnen haben:-)

Danach gab es noch ein kleines Vorgespräch für ein bald startendes Projekt ehe ich die letzte Session meines dritten Tages besuchte. Dieses mal ging es um Social-Gaming. Sina Kamala Kaufman sprach in ihrem Vortrag “In case of reality use magic wand; social games & digital identities” über die verschiedenen Formen und Erscheinungen digitaler Identitäten. Wie bewegen wir uns auf Facebook, Twitter und Co? Was sind wir auf diesen Plattformen? Besonders gefiel mir die Erkenntnis, dass unsere Identitäten auf diesen Plattformen vielleicht 8-10 Jahre als sind. Wir sind quasi noch Online-Kinder. Man sollte sich m.E. mal ein paar Kinderbücher ausleihen – es gibt sie jetzt auch als animierte Apps – und dann würden wir glaube ich verstehen, warum wir noch immer in den Kinderschuhen stecken, wenn es um die digitale Welt geht. Natürlich sprach sie auch über “mein Thema”: Gaming. Wusstet Ihr, dass nahezu 50% aller Facebook-Nutzer dort auch spielen? Und dass ca. 10% dafür bezahlen? oder das 70% dieser Spieler Frauen sind? Gaming ist – da bin ich mir sicher – der Schlüssel zu einer Vielzahl an Möglichkeiten. Egal ob es um Innovationsmanagement, Wissens- und Kulturvermittlung, Marketing, Medizin oder einfach jede Menge Spass geht. Gaming und die damit verbundenen Modelle können uns helfen, besser zu lernen, zu lehren, zu arbeiten etc. In den nächsten Wochen gibt es mehr dazu:-) Ob Social Gaming wirklich das ganz große Thema werden wird bleibt abzuwarten. Sicher ist aber, das der Erfolg von Facebook ohne Gaming nicht möglich wäre. Durch die Spiele wurde Facebook noch menschlicher noch verbindender. Vergessen wir nicht: bevor Google auf Google+ Firmenseiten zuließ gab es zuerst die Spiele. D.h. erst Die Menschen, dann die Spiele und dann die Institutionen. Dann war sie vorbei die Re:Publica. Ich trank noch das eine oder andere Bier, unterhielt mich noch mmit ein paar Teilnehmern und dann ging es nach hause – um in Ruhe 4 Stunden Battlefield 2 Bad Company im Multiplayer-Modus zu spielen.

Mein Fazit zur Re:Publica:
Es war toll! Tschüss! Ok, ein bisschen was möchte ich schon schreiben. Wie schon gesagt: die Location war sensationell. Einziges Manko waren die beiden gegenüberliegenden Bühnen in der ersten Etage. Es war teilweise sehr schwer etwas zu verstehen. Ich weiß, dass sich einige wieder über das nur selten funktionierende WLAN beschwerten – ich kann allerdings nicht verstehen warum? Wer sich ein iPad leisten kann, kann sich auch die 3G-Version leisten und so ins Netz gehen. Das WLAN sollte m.E. für diejenigen nutzbar sein, die z.B. aus dem Ausland kommen und für die Datenroaming schlichtweg zu teuer wäre. Ansonsten habe ich nur iPads und Smartphones gesehen… Dann besonders wichtig: die Bratwurst! Wow! Danke! Sowieso das Catering – tolle Auswahl zu einem äußerst fairen Preis. Vielen Dank! Die beste Konferenz ist ohne gutes Catering gar nichts – das war großes Kino!!!

Die Re:Publica ist vor allem eines: harmlos. Und das hat seine Vor- und Nachteile. Die Konferenz lebt von ihrer Entspanntheit. Es wir geredet und gedacht aber nicht genervt. Alles geht ruhig und gesittet zu. Es ist keine Politik-Konferenz. Es ist mehr wie ein riesengroßes Buffet. Man probiert das eine oder das andere und lernt und genießt die Zeit. Diese Stärke ist m.E. zugleich die Schwäche der Re:Publica, denn von ihr geht nichts aus. Sicher, es gibt die Netzgemeinden-Popstars Lobo, Beckedahl, Sixtus etc. Aber das hat wenig mit einer digitalen Gesellschaft zu tun. Urheberrecht, Regierungssprecher-Twitter-Accounts und Crowdfunding sind 1000x wichtiger als die Frage, wie man endlich Schulen und Universitäten und vor allem den gesamten Kultursektor aus dem Mittelalter in die Gegenwart holt. Viele Projekte die ich mir angesehen habe, und die Probleme haben sich durchzusetzen, bewegen sich in einem Umfeld, in dem noch nicht einmal die Basis dafür vorhanden ist. Die kleine Session der Theater-Nerds zeigte das überdeutlich. Besonders problematisch: es wird nur sehr selten über die mit der digitalen Welt verbundenen neuen Denk- und Arbeitsweisen diskutiert. Allenfalls beim Urheberrecht flammt die Diskussion auf, wenn z.B. mal eben das gesamte Urheberrecht als nicht mehr zeitgemäß definiert wird. Das klingt cool und putzig ist aber Blödsinn, denn auch die Menschen, die sich selber für “Internetbewohner” halten müssen verstehen, dass sie eine Verantwortung haben. Es reicht nicht zu sagen, das eine oder andere Modell wäre mal eben nicht mehr zeitgemäß – dann bitte mit Gegenvorschlägen, die nicht auf den kleinen Erfolgen ausgesuchter Künstler basieren.

Schauen wir uns die digitale Gesellschaft doch einfach mal aus Sicht eines Computerspiels an. Wenn ich ein Spiel beginne, weiß ich nicht, wohin mich die Reise führt. Ich weiß nicht, wie die Steuerung funktioniert und was meine Aufgabe ist und es gibt auch kein Handbuch. Damit man nun nicht nach kurzer Zeit genervt den Stecker zieht – Computerspiele sind nämlich sehr oft sehr kompliziert es sei denn es sind Social-Games – muss man das Spiel erlernen. Das oder die ersten Level sind bereits Teil des Spiels und doch geht es vor allem darum, dass man erstmal lernt wie alles funktioniert. Erst wenn man die ersten Level geschafft hat, kann man sich auf die eigentliche Reise machen. Die digitale Gesellschaft ist m.E. gerade dabei, die ersten Level abzuschließen. WIr befinden uns noch am Anfang. Es geht gerade erst los. Wir müssen verstehen, dass wir noch gar nichts erreicht haben. Der Kultur- und Bildungssektor versteht gerade erst, dass da etwas ist, Unternehmen merken – wenn sie überhaupt schon Teil der digitalen Welt sind – dass PR von Werbeagenturen, die so mal eben auch Social-Media machen nur bedingt weiterhilft. Wir erkennen die Stolpersteine und Herausforderungen und haben nun die Möglichkeit, sowohl die reale als auch die digitale Welt zu gestalten. Gewiss, einen Gang durch die Institutionen wird es nicht geben. In der digitalen Welt werden die meisten Institutionen zumindest in ihrer jetzigen Form gar nicht gebraucht. Diejenigen, die in den letzten Jahren aktiv waren haben also die Basis geschaffen, auf der es nun losgehen kann.

Social-Media-Gaming-Barbecue Rhein/Main

Auch für mich geht’s weiter. Nächste Woche bin ich zuerst in Mainz und werde der Universitätsbibliothek die Welt von Social-Media und Co. näherbringen. Danach geht es mit meiner http://crocksberlin.wordpress.com/mobile-internet-roadshow-fur-bibliotheken/ zur Universitäts- und Landesbibliothek nach Darmstadt. Das besondere ist der Ort an dem ich drei Nächte übernachten darf. Das Gästehaus Hochmann in Stadecken ist ein tolles Hotel – und der Ort Stadecken etwas ganz besonderes. Und deshalb möchte ich gerne am 09. Mai ein Social-Media-Gaming-Barbecue in Stadecken durchführen. Da ich dieses mal mit dem Flugzeug komme habe ich zwar keinen Grill dabei – es gibt aber in Stadecken einen unglaublich guten Italiener mit sensationellen und zugleich sehr preiswerten Weinen! Also ich hoffe, ich sehe ein paar der Menschen aus dem Raum Frankfurt/Main, Mainz, Darmstadt am 09. Mai in Stadecken. Und wenn Ihr am 09. Mai nicht könnt kann man sich auch am 08. und 10. Mai treffen.

Bis dahin viel Spass und spielt schön

Christoph Deeg

Gastbeitrag von Ulrike Schmid und Tanja Neumann zum Projekt “KultUp – Tweet up your cultural life!”

Liebe Leser,

ich freue mich sehr, dass ich in der Reihe “Gastbeiträge” Ulrike Schmid und Tanja Neumann für einen Beitrag gewinnen konnte:

Beste Grüße

Christoph Deeg

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

„KultUp – Tweet up your cultural life!“ ist eine Veranstaltungsreihe, die wir gerade vor einem Monat, im März 2012, ins Leben gerufen haben. Wir, das sind die PR-Beraterin Ulrike Schmid und die Medienwissenschaftlerin Tanja Neumann. Die Veranstaltungen, die wir im Rahmen dieser Reihe organisieren, sind Tweetups in Frankfurter Kultureinrichtungen. (Ein Kultur-Tweetup ist ein Twitter-Event bei dem sich Menschen, die sich nicht notwendigerweise kennen müssen, ganz real in einer Kultureinrichtung verabreden um gemeinsam von dort über ihre Erlebnisse zu twittern. Durch die Festlegung eines Hashtags – einem Kürzel inkl. # (#ktwpffm) können gleichzeitig andere Twitterer daran teilnehmen.

Angefangen haben wir mit dem Einrichten eines Twitter-Accounts und eines Blogs, und Birgit Schmidt-Hurtienne von den Kulturwirtschaftswegen war so nett, uns mit dem Sponsoring eines Logos zu unterstützen. Sie hat uns auch ein Banner entworfen, die Kultureinrichtungen, die uns engagieren, auf ihre Seite stellen können. Demnächst wird es auch ein Banner geben, das jeder, der möchte, auch seinem Blog einbinden kann – es wir dann an derselben Stelle zu finden sein.

Unsere Feuerprobe bestanden haben wir dann am 22. März im MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt. Kurator Dr. Mario Kramer führte uns durch die Ausstellung Warhol: Headlines und stellte sich anschließend zum Twitter-Interview zur Verfügung, und 50 Twitterer aus ganz Deutschland (und Bologna) schrieben rund 350 Tweets mit einer Reichweite von circa 50.000 Personen. Ein bisschen stolz waren wir, weil das MMK im Rahmen der Vorbereitung auf unsere Veranstaltung angefangen hat, zu twittern.

Kultur-Tweetups machen Spaß, und es kommt noch besser: Im Rahmen unserer Reihe bekommen die Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen, da wir grundsätzlich etwas anbieten, das die gastgebende Institution normalerweise nicht leistet. Für die Institution gibt es gleich mehrere Vorteile:

Damit wir nicht immer nur selbst reden, haben wir es uns zur Regel gemacht, unseren Auftraggebern einen Gastbeitrag auf unserem Blog anzubieten, sodass man hier nachlesen kann, wie das Team des MMK das Tweetup erfahren hat. Schließlich sind die Tweetups auch eine Dienstleistung, die wir anbieten und deshalb sind wir auch bereit, uns mit eventueller Kritik auseinandersetzen.

KultUps sollen in Zukunft alle vier bis sechs Wochen stattfinden, es ist also bereits Zeit für das nächste: Am Donnerstag, den 10. Mai treffen wir uns um 13 Uhr im Museum für Angewandte Kunst Frankfurt. Dann wird Dr. Eva Linhart uns unter dem Thema „Stammbücher – Vorläufer von Netzwerken?!“ durch die Ausstellung Buchkunst total – Sammlung total führen, in der erstmalig der gesamte Buchbestand des Hauses präsentiert wird. Wer mitmachen möchte, kann sich dort einfinden oder via Twitter über den Hashtag #kultup mitmachen. Um die Interessierten bereits vorab auf den KultUp einzustimmen haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und den Leiter des Kreisarchiv Siegen-Wittgenstein, Thomas Wolf zu Stammbüchern interviewt. Dieser Beitrag wird in den nächsten Tagen auf unserem Blog zu lesen sein.

In Zukunft wollen wir uns nicht nur auf Museen beschränken, sondern auch andere Kultureinrichtungen besuchen – so planen wir als drittes KultUp einen Besuch bei einem Orchester und danach den eines Filmfestivals. Wir haben auch schon Anfragen für die Organisation, Planung und Durchführung weiterer KultUps (nicht nur in Frankfurt) erhalten. Für weitere Anregungen sind wir jederzeit offen!

Der zweite Tag der Re:Publica

Liebe Leser,

bevor ich wieder in den heiligen Hallen der sog. “Netzgemeinde” verschwinde, möchte ich Euch meine Eindrücke vom zweiten Tag der Re:Publica schildern:

Der Begriff “Netzgemeinde” ist übrigens m.E. nach Blödsinn – erfunden von Menschen, die über etwas reden, was sie nicht verstehen. Auf der Re:Publica treffen sich keine Online-Nerds. Es ist keine geschlossene Community mit Mate-trinkenden Weißgesichtern. Im Gegenteil, die Re:Publica ist einfach eine Konferenz, bei der sich Menschen treffen, die sowohl digital als auch analog Ideen austauschen. Der große Vorteil zu anderen Konferenzen ist der, dass hier nicht dauernd Menschen herumlaufen, die einem etwas verkaufen wollen. Und es gibt sogar Pop-Stars und -sternchen. Sascha Lobo fällt z.B. zuerst in der realen Welt auf – kleiner Tipp: die Haarfarbe:-) Markus Beckedahl ist zumeist einfach nur nett und Mario Sixtus ist Mario Sixtus. Das bedeutet nicht, dass diese drei genannten Personen keine Inhalte hätten. Im Gegenteil. Die Bekanntheit der Netz-Pop-Stars basiert auf Ihren Handlungen und Ideen, nicht auf der Pseudo-Arbeit drittklassiger PR-Agenturen. Ja, die digitale Welt ist eine große und zugleich sehr heterogene und offene Kultur. Und genau um diese Kultur ging es für mich auch am zweiten Tag der Re:Publica.

Es begann mit einer weiteren Session zu Open-Innovation. Innovationsmanagement ist ein unglaublich spannendes und zugleich wichtiges Thema. Durch meine Arbeit am Technologieradar der Zukunftswerkstatt zusammen mit der ETH-Bibliothek und der FH Potsdam habe ich mich länger damit beschäftigen dürfen. Die Frage, wie wir Produkte, Unternehmen und Institutionen verbessern können ist gerade in Zeiten einer sich immer schneller verändernden Kommunikations- und Medienwelt von großer Bedeutung.

Den Auftakt machte Julia Leihener mit Ihrem Vortrag “Open Innovation: eine wirtschaftliche Perspektive” Sie gab einen Einblick in die Arbeit der T-Labs der Telekom. Ich kenne die T-Labs schon ein bisschen und bin ein großer Fan. Besonders die Endkunden-Orientierung bei bzw. kontinuierliche Integration der Kunden in die Entwicklung von neuen Produkten und Angeboten war sehr spannend. In meiner Arbeit erlebe ich sehr oft, dass über die Kunden aber nicht mit den Kunden gesprochen wird. Das führt sehr oft dazu, dass Produkte und Dienstleistungen entstehen, die niemandem wirklich helfen oder sogar eher einen Schaden verursachen. Neben den Kunden sollen in kleinen Schritten auch die Mitarbeiter der Telekom in den Innovationsprozess eingebunden werden – und hier wird es richtig spannend. Ein T-Lab ist eine nette Einrichtung – wie aber werden z.B. die Berater in den Telekom-Shops eingebunden? Die Gundidee von Open Innovation ist ja die, auf die Ressourcen und die Kreativität möglichst vieler Menschen zurückgreifen zu können. Also muss genau dafür der Raum geschaffen werden. Und deshalb müsste die Telekom letztlich als Ganzes ein riesiges T-Lab sein.

Daran anschließend sprach Stefan Lindegaard in seinem Vortag “Open Innovation- Insights into the buzz” über seine Erfahrungen als Berater in diesem Bereich. Bei seinem Vortrag wurde wieder einmal deutlich, dass es nicht um ein paar neue moderne Werkzeuge, sondern um eine völlig neue Kultur geht. Gerade für Führungskräfte ist Open Innovation eine große Herausforderung denn Ihre Rolle wandelt sich vom “Leader” zum “Supporter”. D.h. sie sorgen dafür, dass Open Innovation passieren kann. Das mag banal klingen, es verändert aber alles. In meiner Arbeit kann ich dies sehr gut beobachten. Die Leitungen der Organisationen für die ich arbeite finden sich plötzlich in einer völlig neuen Rolle wieder. Die Strukturen und Modelle, die vorhanden sind werden verändert und müssen zudem hoch flexibel gestaltet werden. Open Innovation ist also kein neuer Service-Bereich sondern eine neue Denk- und Arbeitsweise.

Auch im nächsten Vortrag ging es um Kultur – sogar im doppelten Sinne. Tina Lorenz sprach in ihrem Vortrag “Theater und digitale Medien – ein Trauerspiel” über die massiven Probleme die in Theatern entstehen, wenn man sich auf die digitale Welt einlässt. Ihre Analyse war absolut richtig. Wenn überhaupt dann bewegen sich die meisten Theater in der digitalen Welt als Theater 1.0. Es geht um Öffentlichkeitsarbeit, d.h. Facebook wird zu einer Plakatwand. Die Kultur des Theaters ist mit der Kultur des Web nicht kompatibel. Man denke nur an den Versuch des Thalia-Theaters, die Community zu fragen, welche Stücke gespielt werden sollen. Es ging nicht um das gesamte Programm sondern nur um ein paar Vorstellungen. Nun entschied sich die Community leider nicht für die Inhalte, die man sich erhofft hatte. Und der Feuilleton war sowieso stinksauer. Und so wurde aus einer wirklich genialen Idee ein Problem. Bis heute kann ich nicht verstehen, warum dieses Projekt als Misserfolg gewertet wird? Was spricht dagegen, die Menschen zu fragen, was sie sehen wollen? Was spricht dagegen, dass ein Theater experimentiert? Was spricht dagegen, dass wir einfach nicht auf den Feuilleton hören – den sowieso niemand wirklich braucht? Theater sollte immer ein offener und kreativer Prozess sein – und nun ist es zumeist genau das Gegenteil. Dies betrifft aber nicht die Aufführungen sondern die Institutionen. Und gab es auch einen Kommentar eines Theater-Mitarbeiters, dass er auf keinen Fall Twitter und Co. in der Vorstellung haben will – und er sauer ist, dass auf Facebook niemand mit seinem Theater diskutiert? Aber die Menschen diskutieren über die Aufführungen, die Werke etc. Sie tun es nur nicht mit den Theatern. Und warum sollten sie es tun? Open Innovation in Theatern? Im Ergebnis sieht es so aus, dass die Computergames mehr und mehr die neuen Theaterbühnen werden. Es gibt dort große Geschichten, Auseinandersetzungen, Träume, Kreativität, Nachdenken und vor allem die Möglichkeit, Teil des Ganzen zu sein. Theatermacher sollten die Gamescom besuchen – im Moment tun dies verstärkt Dramaturgen, aber nicht um sich zu informieren, sondern um sich einen Job zu suchen…

Danach besuchte ich die Session “Cloud Music – Letzte Ausfahrt Abo-Streams”. Hier war vor allem interessant zu sehen, wie man mit dem Thema Streaming umgeht und welche neuen Angebote dabei entstehen. Plattformen wie Spotify oder Musicplayer suchen nach Wegen, in einer Welt ohne Datenträger Geld zu verdienen. Für mich war vor allem bedeutend, dass wir immer mehr Inhalte haben, die an geschlossene Systeme gebunden sind und gestreamt werden. Vor allem für Bibliotheken hat dies eine große Bedeutung. Das Verleihgeschäft bzw. die Bestandsorientierung wird verschwinden. Nicht so schnell wie prophezeit, aber Bibliotheken werden sich massiv verändern müssen. Musik, Filme, Bücher all das kommt aus der Cloud. Spätestens mit dem Aufkommen von eBooks, die nun animierte Apps. sind, und aus dem iTunes-Store runtergeladen werden, sind Bibliotheken “raus aus der Verlosung”. Die neuen Musikportale sind deshalb interessant, weil sie nicht nur den Zugang zu Inhalten ermöglichen, sondern vielmehr damit verbundene Services anbieten. Der Wandel von der Bestands- zur Serviceorientierung in Bibliotheken hat erst begonnen.

Es folgte eine längere Pause mit Gesprächen, Fritz-Cola und noch mehr Gesprächen – meine Festplatte war voll. Ich war müde gespielt. Aber ich wollte noch unbedingt dem Rat von Jin Tan folgen und Isaac Mao mit seinem Vortrag “How Sharism is unleashing liberty” erleben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Isaac Mao zeigte, wie Teilen und Vernetzung völlig neue Möglichkeiten, Strukturen und Innovationen ermöglichen. Er redete über die Geschichte der Industrialisierung und wie das Teilen von Informationen nicht als Piraterie sondern als Motor von Innovationen gesehen werden sollte. Er zeigte zudem, wie Politik und Menschenrechte durch Teilen als Idee und als aktives handeln verändert werden können. Seine Fokussierung lag auf den Menschen und nicht auf den Unternehmen oder Regierungen. Als ein Beispiel zeigte er eine Landmaschine, die vor vielen Jahrhunderten in China entwickelt worden war. Europäer “übernahmen” – man könnte auch sagen klauten – diese Idee und entwickelten sie weiter. Was aus Sicht eines Urhebers problematisch ist, kann also aus Sicht der Gesellschaft von Vorteil sein. Isaac Mao ging es dabei nicht um eine Abschaffung von Rechten und Patenten etc. Es ging ihm um das Verständnis des Teilens und der daraus resultierenden Möglichkeiten.

Es war also wieder ein toller Tag. Bis auf die kleine Theatergemeinde gab es keine Nerds – aber sehr viel Spass.

Beste Grüße

Christoph Deeg

Eindrücke vom ersten Tag der Re:Publica

Liebe Leser,

der erste Tag der Re:Publica geht zu Ende. Zeit über meine Eindrücke zu schreiben – solange sie noch frisch sind:-)

Beginnen möchte ich mit einem Lob: die neue Location ist wirklich der absolute Hammer. Selten habe ich mich an einem Konferenzort so wohl gefühlt wie heute.

Und überall wid man auf entspannte Art und Weise mit kleinen Goodies versorgt. Frühstück gab es von Hornbach, Snickers von Nokia – leider kein neues Nokia-Handy aber darüber mehr am WE und Strom gab es von Simyo. Die beste Idee hatten die Malteser: da sie sich auf das Thema “Erste Hilfe” spezialisiert haben, boten sie eine “Erste-Hilfe-Station” für Smartphones an. Hier könnte man sein leeres Smartphone zum Akkuladen abgeben – das hätte ich gerne auch auf anderen Konferenzen.

Aber natürlich gab es nicht nur kleine Geschenke – es gab auch viele Sessions. Ich habe den Tag mit der Session Creative Internet Business: Made in Germany? begonnen. Ich war wirklich gespannt auf die Ideen und Visionen der einzelnen Sprecher und war danach irgendwie ein bisschen ernüchtert. Es war ein kleiner Business-Talk. Es kam mir so vor, als würden sich die einzelnen Podiumsteilnehme nicht wirklich wohl fühlen auf der Re:Publica. Ok, es ist nicht die Demexco oder die Gamescom aber man gab sich nun gar kein Mühe ein bisschen Spirit oder Power in das Thema zu bringen. Der Vertreter Berlins tat als guter Wowereit-Mitarbeiter dass, was man so tut wenn “Berlin ist arm aber sexy” nicht mehr richtig funktioniert. Es gab ein bisschen Transparenz indem er u.a. erklärte, dass man eigentlich wenig dazu beigetragen habe, dass es mit dem Thema “Digital Business” in Berlin anscheinend funktioniert. Was cool klang war für mich eher ein Offenbarungseid, denn es ist genau das, was einer Stadt wie Berlin fehlt: eine Strategie oder zumindest eine Vision. Und so nahmen die anderen Teilnehmer die Idee dankend auf und baten die Politik darum, sich letztlich einfach rauszuhalten. Interessant war, dass u.a auch erklärt wurde, man bräuchte gar keine Subventionen in diesem Bereich. Für einen kleinen Moment kam dann Spannung auf, als es nämlich um das Thema Bildung ging. Es wurde sehr kurz die Idee aufgeworfen, schon in der Schule so etwas wie Offenheit für Technologien und eigenverantwortliches Handeln zu “lehren”. Aber diese Idee wurde leider nicht weiter diskutiert. Dabei wäre hier die Möglichkeit für einen Standort wie Berlin, ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Dafür müsste aber ressort-übergreifend und strategisch gedacht werden und das schien nicht wirklich bei Björn Böhning anzukommen. Letztlich war es also eine Session der Floskeln – schade, denn das Thema ist wichtig und spannend.

Danach habe ich mir “Ich glaube, wenn Du den Kopf triffst, sind die am meisten tot” angeschaut. In diesem Vortrag von Frau Dr. Judith Ackermann ging es um die Kommunikation der Gamer untereinander und während des Spiels. Der Vortrag zeigte einmal mehr, wie facettenreich das Thema Gaming heute schon ist – und wie wenig in Deutschland diesbezüglich passiert. Judith Ackermann zeigte deutlich auf, dass es verschiedenste Kommunikationswege und -inhalte zwischen den Gamern gibt und sie versuchte auch während der kurzen Diskussion die Teilnehmer zu animieren, sich mehr mit dem Thema zu beschäftigen.

So wichtig diese Forschungsergebnisse auch sein mögen, es war wieder mal auffallend, dass es immer noch sehr große Schwierigkeiten gibt, aus Forschungsergebnissen Handlungen zu generieren. In den USA hat man was das Thema Gaming angeht einen riesigen Vorsprung. Dies betrifft sowohl die Forschung als auch und vor allem die Umsetzung von Projekten und Konzepten, um das Thema Gaming in der Breite zu bewegen.

Schließlich besuchte ich das Panel “Open Innovation and the contribution of non-experts”. Besonders spannend war hier die Frage, wie man Menschen in Innovationsprozesse einbeziehen kann, die nicht über Fachwissen verfügen, aber gerade deshalb spannende und hilfreiche Ideen entwickeln können. auch hier wurde wieder darauf verwiesen, dass Gaming ein guter Ansatz sein kann. Wie das genau aussehen kann, erkläre ich übrigens auch in meinem Workshop zu Innovationsmanagement, Gaming und Social-Media..

Die letzte Session des heutigen Tages war zugleich die beste: The Beauty of Interaction von und mit Patrizia Marti. Sie zeigte wie Interaction und Design miteinander verschmelzen kann und wie damit z.B. in der Medizin völlig neue Ansätze ermöglicht werden. Zwar kann ich die einzeln vorgestellten Projekte nicht für meine Arbeit nutzen, aber es war auf jeden Fall ein Moment voller Inspiration.

Nach dieser Session begann das, was mindestens genauso wichtig auf einer solchen Konferenz ist: das fleißige Treffen und Kennenlernen von Menschen aus verschiedensten Bereichen. Ich weiß nicht wie oft ich heute schon gesagt habe, dass wir uns auf jeden Fall noch während der Re:Publica nochmal zusammensetzen müssen aber würden alle diese Verabredungen wirklich stattfinden, würde ich keine Sessions mehr erleben…

In diesem Sinne – gute Nacht Re:Publica

Christoph Deeg

Willkommen auf der Re:Publica! #rp12

Liebe Leser,

ich bin gerade auf der Re:Publica angekommen. Diese Konferenz ist eine der spannendsten Konferenzen des Jahres. Es ist ist mehr als ein Nerd-Klassentreffen. Nur selten kann man so viele Menschen und Ideen kennenlernen und nur selten findet ein interdisziplinärer Austausch statt. Nach der Gamescom ist dies für mich der wichtigste Termin des Jahres.

Der Besuch der Re:Publica bedeutet aber auch, dass schon wieder ein Jahr vorüber ist. Ich kann mich noch gut an das letzte Jahr erinnern. Damals habe ich den ersten Tag verpasst, weil ich zusammen mit Christina Tribble vom US-State-Department Social-Media-Workshops für Mitarbeiter der US-Botschaft Berlin und den US-Konsulaten durchführte. Damals hatte gerade erst erfahren, dass nun ein weiteres großes Projekt für die Landesregierung Nordrhein-Westfalen ansteht.

Damals gab es noch keine Mobile-Internet-Roadshow, keine Deutsch-Amerikanische Gaming-Liga, usw. In diesem einen Jahr hat sich viel verändert. Ich bin auf dieser Konferenz, weil ich vor allem lernen möchte. Es sind drei Tage um den Horizont zu erweitern. Neue Menschen kennen zu lernen und vor allem Spass zu haben.

Die digitale Welt ist in Bewegung. Niemand weiß wo sie sich hinentwickeln wird. Wir stehen immer noch am Anfang und dieser Zustand wird wahrscheinlich auch immer so bleiben. Und natürlich läuft nicht alles perfekt. Im Gegenteil, es gibt genügend Dinge die mehr als nur nervig sind. Ein paar Beispiele:

Warum glaubt Klout, dass ich u.a. bedeutend für das Thema “Library of congress” bin? Ich habe nie darüber geschrieben!

Warum retweetet der Twitter-Bot von Eintracht Frankfurt alles, was ich zu Eintracht Braunschweig schreibe?

Warum werden im Netz andauernd mit schlechter Werbung gefoltert? Und warum geben Geld immer noch so viel Geld für Online-Werbung aus, anstatt zu beginnen zu kommunizieren?

Warum gibt es keinen Ad-Blocker für das iPad?

Warum ist Social-Media noch immer nicht in den Schulen und Universitäten und vor allem in den Kulturinstitutionen angekommen?

Ich könnte so noch lange weiterschreiben, aber ich möchte ja die Konferenz erleben…

Wie gesagt, die digitale Welt ist spannend, heterogen, bewegend und vor allem steckt sie immer noch in den Kinderschuhen. In den nächsten Tagen werde ich über Twitter und natürlich auf meinem Blog über die Konferenz berichten.

Beste Grüße

Christoph Deeg